Erinnert ihr euch? Nach dem Saisoneröffnungsspiel im letzten Jahr brachte Ex-Coach Murat Didin Herrn Zafer Üstüner, den Geschäftsführer von Beko Deutschland, zu uns Fans in die Schlossgarde. Damals war ich als erste Vorsitzende, die ihn offiziell begrüßte, ganz schön aufgeregt. Völlig unnötig, wie ich heute weiß. Herr Üstüner ist ein sehr freundlicher und humorvoller Mensch, mit dem es Spaß macht, zu plaudern. Nach dem Spiel gegen Tübingen hat er sich unseren Fragen gestellt.
In der Printausgabe des Tip-Off Nr. 3 - Saison 2010/2011 war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:
Herr Üstüner, Sie sprechen sehr gut Deutsch, wo haben Sie das gelernt?
Oh, danke schön. Ich habe damit erst angefangen, als ich vor drei Jahren nach Deutschland gekommen bin.
So wie Murat Didin…
Ja, aber er spricht längst noch nicht so gut Deutsch wie ich (lacht).
Was sagen Sie zur aktuellen Situation der DEUTSCHE BANK SKYLINERS, besonders im Hinblick auf die Erkrankung von AJ Moye?
Die Situation ist schrecklich. Ein Schlaganfall ist für ihn als Spieler und vor allem als Mensch sehr schlimm und ich wünsche ihm von Herzen alles Gute, und dass er möglichst schnell wieder gesund wird. Ich bin sehr traurig. Im Leben gibt es solche schlimmen Situationen, und ich wünsche für uns alle, dass wir von solchen Schicksalsschlägen verschont bleiben.
Wir sehen Sie häufig bei den Spielen der Skyliners in der Ballsporthalle. Besuchen Sie auch andere Spielstätten?
Ja, ich war schon einige Male in Berlin, weil ich dort Freunde habe, und auch in anderen Städten. Aber da ich hier lebe und arbeite, bin ich meist bei euch zu Gast.
Wie schätzen Sie die DEUTSCHE BANK SKYLINERS ein?
In der letzten Saison waren sie sehr erfolgreich. Ich denke, dass in der diesjährigen Mannschaft viel Potential steckt und sie auch im europäischen Wettbewerb mehr Erfolg haben können. Wichtig dabei ist die Kontinuität, mit der sich die Mannschaft weiterentwickelt.
Haben sie einen Lieblingsspieler aus unserem Team?
Ja, das ist Pascal Roller. Ich kenne ihn schon einige Jahre und konnte mich auch privat schon mit ihm unterhalten. Ich schätze ihn als Spieler und als Menschen sehr. Er ist anders als andere, sehr klug, sehr intelligent. Er hat Charakter. Im deutschen Basketball brauchen wir mehr solche Spieler wie Pascal. Er ist ein großes Vorbild für Kinder und auch für Nachwuchsspieler, das ist sehr wichtig. Es ist zwar gut, dass es in den Vereinen auch Spieler aus anderen Ländern gibt, das bringt mehr Farbe und Abwechslung, aber wir brauchen auch gute deutsche Spieler.
Wie bewerten Sie denn in diesem Zusammenhang das Skyliners-Projekt "Basketball macht Schule"?
Das ist ein sehr gutes Konzept. Es füllt die Lücke zwischen dem, was Kinder rein privat in ihrer Freizeit tun und den Sportvereinen. Aber für ein solches Projekt ist es auch notwendig, dass es nach außen gut verkauft wird, vor allem in den Medien präsent ist.
Was können die Skyliners hier besser machen?
Nun, die Skyliners haben wenig Einfluss auf das ökonomische Business der Medien. Sehr gut hat mir der Werbespot im Fernsehen gefallen. So etwas ist sehr wichtig. Neue Sponsoren aus verschiedenen Bereichen sollten sich daran beteiligen. Dies ist nichts Kommerzielles, alle Firmen haben auch eine soziale Verantwortung. Gunnar Wöbkes Einsatz ist dabei sehr achtbar. Hier geht es um die Zukunft für jede Art von Business, denn es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft, das ist wichtig zu bedenken. Deshalb sollte die Unterstützung für unsere Kinder nicht alleine von den Basketballvereinen kommen.
Wie ist denn ihr persönlicher Bezug zum Basketball?
Als Kind habe ich selbst Basketball gespielt, auf Position Zwei, aber ich war nicht besonders gut. Ich mag auch Fußball, aber Basketball liebe ich. Diese Sportart ist technisch anspruchsvoll, sehr schnell, sehr spannend und nicht einfach zu verstehen. Das Spielergebnis ist meist nicht vorhersehbar, und das Spiel fesselt die Zuschauer während der gesamten Spielzeit. Basketball ist viel eleganter als Fußball.
Haben Sie in der Türkei einen Lieblingsclub?
Oh ja, das ist Fenerbahce.
Im Basketball oder Fußball?
Fußball, Basketball, Tennis, einfach bei allen Sportarten!
Also schauen Sie sich auch in der Türkei manchmal Basketballspiele an?
Natürlich! Ich war zur Weltmeisterschaft dort. Das hat natürlich ganz besonders viel Spaß gemacht.

























