Interview mit Markus Frank


[Teil 1] - [Teil 2]

Wenn es um das Thema "Multifunktionshalle für Frankfurt" geht, stößt man häufig auf den Namen Markus Frank. Bei dem Stadtrat für Wirtschaft, Personal und Sport der Stadt Frankfurt am Main, der auch Mitglied im Kuratorium des DEUTSCHE BANK SKYLINERS Frankfurt e.V. ist, laufen viele Fäden zusammen. Grund genug für das Tip-Off, ein Interview mit ihm zu führen. Trotz eines übervollen, eng getakteten Terminkalenders nahm sich Herr Frank gerne Zeit für uns.

In der Printausgabe des Tip-Off Nr. 5 - Saison 2010/2011 war leider zu wenig Platz, um alle Antworten abzudrucken - hier nun das vollständige Interview:

Markus Frank

bei der Benefiz-Gala zu Gunsten von "Basketball macht Schule" (Foto: Joachim Storch, www.foto-storch.de)

Herr Frank als Stadtrat sind Sie ja nicht nur für Wirtschaft und Personal, sondern auch für den Sport zuständig. Treiben Sie auch selbst aktiv Sport?


Ich mache Waldlauf. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das in den letzten drei Jahren vernachlässigt habe, weil ich Vater zweier kleiner Töchter - mittlerweile dreieinhalb und knapp zwei Jahre alt - geworden bin, und da gilt die wenige Zeit, die ich habe, den Kleinen. Der Sport ist da in den Hintergrund gedrängt worden. Aber wenn, dann mache ich Waldlauf, und ab und zu spiele ich auch in der Stadtverordneten-Mannschaft Fußball.



Sie sind ja nicht eben klein. Haben Sie auch schon einmal Basketball gespielt?


Ja, in der Schule. Leider gab es damals noch nicht diese wunderbaren Schulprogramme, wie sie die DEUTSCHE BANK SKYLINERS heute auflegen. So hat man dann mal Völkerball, Basketball oder Handball und dann doch wieder Fußball gespielt.

Welches sind Ihre Aufgaben als Stadtrat im Bereich Sport?

Wir haben zwei ganz wichtige Bereiche. Da ist zum einen der ehrenamtliche Sport mit mehr als 440 Vereinen mit 140.000 Mitgliedern in Frankfurt. Da ist es unsere Aufgabe, die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Wir haben bei unseren Sportstätten gerade eine Aufholjagd gestartet. Im letzten Jahr haben wir 24 Millionen Euro in den ehrenamtlichen Sport – vor allem in den Stadtteilen – investiert. Dort gibt es sehr viele Mütter und Väter, die in ihrer Freizeit für ganz kleines Geld jungen Menschen Sportangebote machen und da ist eine unserer Hauptaufgaben dafür zu sorgen, dass die Infrastruktur besser wird. Das ist uns mit 16 von Grund auf sanierten Sportanlagen auch ganz gut gelungen. Die 'Aufholjagd' wird in diesem Jahr fortgesetzt. Wir investieren noch einmal 16 Millionen Euro in die Sportstätten.

Wir haben auch eine Sportentwicklungsplanung auf den Weg gebracht. Das ist in der Geschichte der Stadt Frankfurt das erste Mal, dass Wissenschaft, der organisierte Sport und die Bevölkerung zusammensaßen. Wir haben 3.000 Bürger befragt, wie sie sich den Sport in der Zukunft vorstellen. Viele Bürger sind in Sportvereinen organisiert; wir wissen aber, dass auch 50 Prozent der Frankfurter Sport treiben, ohne vereinsgebunden zu sein. Da ist es unsere Aufgabe, in intensiver Zusammenarbeit mit den Vereinen die Möglichkeit für noch mehr Angebote zu schaffen. Wir wollen die Vereine ja auch stärken.

Dann gibt es natürlich auch noch den Profisport, also die Eintracht, den FSV, den 1. FFC, die DEUTSCHE BANK SKYLINERS und andere. Da gilt es, Voraussetzungen zu schaffen, dass diese Clubs überlebensfähig sind bzw. wachsen können.

Durch die Wirtschaftskrise müssen viele Firmen mit spitzem Bleistift rechnen. Da ist es unsere Aufgabe, den Vereinen zur Seite zu stehen, Türen aufzumachen, für den Spitzensport zu werben mit dem Ziel, Sponsoren zu gewinnen.

Ein Beispiel ist die enge Zusammenarbeit mit Dr. Gunnar Wöbke, einer der besten und fairsten Sportmanager, die ich kenne – und ich kenne sehr viele. Er ist ein durch und durch solider Typ, der nur verspricht, was er auch halten kann. Mit ihm bin ich oft unterwegs und wir werben gemeinsam für unsere SKYLINERS. Unser Problem ist, dass dieses Feld von vielen beackert wird.

Wie ist Ihre Einschätzung: Finden die DEUTSCHE BANK SKYLINERS für die nächste Saison einen neuen Hauptsponsor?

Wie gesagt, die DEUTSCHE BANK SKYLINERS sind absolut professionell aufgestellt. Sie haben ein super Management und sie bringen tolle sportliche Leistungen. Basketball ist ein sehr dynamischer und schneller Sport, es macht richtig Spaß, dabei zu sein. Trotzdem ist das eine Aufgabe, die man nur gemeinsam schultern kann und deshalb unterstützen wir die SKYLINERS dabei.

Haben Sie denn Zeit und Gelegenheit, sich ab und zu Spiele der Frankfurter Mannschaften anzuschauen?

Ja, auf jeden Fall. Sowohl zu den Profi- als auch zu den Amateurmannschaften gehe ich gerne – ich will die Menschen, die etwas machen ja auch kennen lernen. In den zwei Jahren meiner bisherigen Amtszeit habe ich fast alle Sportanlagen kennengelernt. Neben dem Fußball ist der Basketball dabei gut weggekommen.

Markus Frank

mit Holger Werner und Jens Staudenmeyer (v.l.) bei der Auslosung für das TOP FOUR 2010 (Foto: Dennys Sidjabat, www.sidjabat.de)

Sind Sie denn auch einmal privat unterwegs, um sich z.B. Basketball oder Fußball anzuschauen?



Da vermischt sich Privates und Berufliches. Es ist ja nicht so, dass ich mich als Markus Frank einfach da hinsetzen kann. Natürlich werde ich dann häufig angesprochen und das ist ja auch gut so. Basketballspiele sind z.B. ein richtiger Treffpunkt geworden. Durch die im Vergleich zu anderen Sportarten wunderbar friedlichen Fans sind die Spiele zu einem Treffpunkt nicht nur für Familien, sondern auch für Unternehmen geworden. Dann werde ich angesprochen und bin dann nicht nur Sport-, sondern auch Wirtschaftsdezernent. Das ist in Ordnung und ich schätze das auch sehr.


Aber Sie haben auch Spaß beim Basketball?

Auf jeden Fall, Basketball ist gigantisch. Großartig ist auch die Kinderbetreuung bei Heimspielen der DEUTSCHE BANK SKYLINERS. Meine ältere Tochter ist so begeistert, dass sie sich das Spiel gar nicht anschauen mag – aber das ist bei einer dreieinhalbjährigen wohl in Ordnung. Ein solches Angebot zeichnet einen professionellen Club eben auch aus.